Innovationen
auf dem Gebiet der Rührtechnik
Was gibt es Neues bei
Herbst?
An dieser Stelle wird über Interessantes
aus dem Hause Herbst berichtet. Hierbei kann es sich z.B. um Informationen über
unsere Produkte und aktuelle Projekte handeln.
Temperaturmesssystem mit Infrarotübertragung
der Messwerte
Eine häufige Aufgabenstellung in Mischprozessen ist die Messung
der Produkttemperatur, deren möglichst genaue Messung oft wichtig
für die Prozessführung ist. Dabei spielt die Positionierung
des Temperatursensors im Rührbehälter eine wesentliche Rolle.
In der Regel sind die Temperaturfühler stationär angebracht;
sie werden dann z. B. durch den Behälterboden, die Behälterwandung
oder durch den Behälterdeckel in Kontakt mit dem Rührgut gebracht.
Insbesondere bei mittel- bis hochviskosen Produkten ist dies nicht unproblematisch,
da aufgrund der unterschiedlichen Temperatur über die Höhe
des Rührbehälters keine repräsentativen Messwerte ermittelt
werden. Auch das Strömungsfeld des Rührers hat einen nicht
unerheblichen Einfluss auf die örtlich vorliegende Temperatur. Ebenso
ist eine Temperaturdifferenz zwischen Behälterwand und Behältermitte
zu registrieren. Eine Verbesserung erzielt man, wenn mehrere Temperaturfühler
eingesetzt werden.
Eine optimale Temperaturmessung wird erreicht, wenn sich der Messsensor
während des Mischprozesses durch das Rührgut bewegt. Dies ist
bei Planetenrührwerken der Fall. Der Messsensor und ein Sender sind
am Rührwerkzeug oder Wandabstreifer integriert. Die Bewegung des
Sensors durch das Rührgut hat einen optimalen Wärmeaustausch
zur Folge, und es wird eine repräsentative Produkttemperatur gemessen.
Der Sender sitzt über der Produktoberfläche, und mehrere Infrarotsendedioden übertragen
die Messwerte berührungslos an einen Empfänger. Der Sender
arbeitet mit einer Batterie, deren Lebensdauer etwa 3 Jahre beträgt.
Der übliche Messbereich liegt bei ca. - 55 bis + 125 Grad Celsius.
Standardmäßig beträgt die Auflösung 0,125 Grad Celsius.
In der Praxis hat sich das Messsystem bereits bestens bewährt. Selbst
Produktablagerungen auf der Sendeeinheit, z. B. Creme, beeinträchtigen
nicht die Übertragung der Temperaturmesswerte.
Dieses Temperaturmesssystem kann auch bei bestehenden Mischanlagen nachgerüstet
werden. Die zugehörige Regelungs- und Steuerungstechnik kann mitgeliefert
werden; sie wird dann individuell an den speziellen Mischprozess angepasst.
Entwicklung eines neuen Hochviskosmischers
Im Oktober 2004 hat uns das Bundesministerium
für Wirtschaft und
Arbeit Finanzmittel für ein Forschungsprojekt genehmigt. Die Laufzeit
des Projekts beträgt zwei Jahre und es wird in Kooperation mit dem
Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück durchgeführt.
Projektziel ist die Entwicklung eines Mischers, der im Hochviskosbereich
die Verarbeitung schwieriger, scherempfindlicher Rezepturen ermöglicht.
Die Umsetzung soll mit einem Doppelplanetenrührwerk erfolgen, bei
dem beide Rührwerkzeuge in der Drehzahl und der Umlaufgeschwindigkeit
voneinander unabhängig sind. Die erforderliche Antriebstechnik ist
in Verbindung mit einer neuartigen Dichtungseinheit zu entwickeln, die
den besonderen Anforderungen in sensiblen Produktionsbereichen (z.B.
Pharmazie, Nahrungsmittelindustrie) gerecht wird.
Mit elektrisch beheizbaren Rührwerkzeugen soll außerdem das
Wärmeübergangsverhalten optimiert werden.
Das Projekt soll mit der Fertigstellung und Erprobung eines Prototypen
abgeschlossen werden, der ein optimiertes Verarbeitungsverhalten, insbesondere
für stückige, schersensible Produkte der Lebensmittel- und
Pharmaindustrie, aufweist.
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Homogenisator mit integrierter Spaltverstellung
Bereits im Oktober 2001 erhielten wir vom Bundesministerium
für
Wirtschaft und Technologie den Zuwendungsbescheid für ein zweijähriges
Forschungsprojekt, das sich mit der Entwicklung einer neuen Misch- und
Dispergiereinheit mit produktspezifisch geregeltem Energie- und Schereintrag
beschäftigte.
Auch dieses Projekt wurde in Kooperation mit dem Deutschen Institut für
Lebensmitteltechnik in Quakenbrück durchgeführt.
Die Projektarbeiten zur Charakterisierung der Einflussparameter Drehzahl,
Drehrichtung, Geometrie der Scherzone (Rotor und Stator) auf das Emulgierergebnis
und den resultierenden Durchsatz, führten zur Entwicklung einer
verstellbaren Dispergiereinheit.
Bei den experimentellen Untersuchungen bewährte sich besonders eine
Rotor-Geometrie mit nur drei Förderelementen. Die eingesetzten Dreieckselemente
ermöglichten bei optimierter Emulgierwirkung eine hohe Förderleistung.
Als Stator kam in der Dispergiereinheit ein Spaltsystem mit zwei konzentrischen
Ringen zum Einsatz. Während eine Modifizierung des Scherspalts keine
wesentliche Beeinflussung des Emulgierergebnisses erkennen ließ, ohne
dass eine deutliche Reduzierung des Durchsatzes resultierte, konnten über
einen veränderlichen Stator bei hohem Durchsatz unterschiedliche
Tropfengrößen eingestellt werden.
Die Wirkungsweise der neuen Dispergiereinheit in Verbindung mit der integrierten
Steuerungstechnik wurden anhand von Original-Rezepturen überprüft.
Bei der Herstellung von Mayonnaise sowie einer kosmetischen Creme zeigte
sich, dass mit Hilfe der verstellbaren Dispergiereinheit eine optimierte
Produktqualität resultierte.
Durch die Verstellmöglichkeit kann auch gezielt die Scherwirkung
reduziert werden und die Pumpleistung erhöht werden.
Anhand des mittleren Tropfendurchmessers in Abhängigkeit von der
Anzahl der Homogenisator-Durchgänge konnte gezeigt werden, dass
für viele Medien bereits nach etwa fünf Durchläufen eine
ausreichende Homogenisierung erzielt wird.
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